
Aktivierungsmails vor einer Online-Challenge sollen nicht nur Termine und Links verschicken. Sie sollen Teilnehmerinnen früh ins Handeln bringen, Vorfreude aufbauen und einen konkreten Grund schaffen, an Tag 1 live dabei zu sein.
Aktivierungsmails für deine Challenge: Was sie leisten müssen, bevor Tag 1 beginnt
Deine Challenge-Gruppe ist offen und die ersten Teilnehmer sind drinnen, das Onboarding ist erledigt, aber der Start liegt noch ein paar Tage entfernt? Diese Zeit solltest du nicht einfach plätschern lassen, denn genau in dieser Phase entscheidet sich schon, wie viele Menschen an Tag 1 wirklich live dabei sind.
Aktivierungsmails vor einer Online-Challenge sollen nicht nur Termine und Links verschicken. Sie sollen Teilnehmer früh dazu bringen, sich gedanklich mit der Challenge und dir auseinanderzusetzen, Vorfreude aufbauen und einen konkreten Grund schaffen, an Tag 1 live dabei zu sein. Denn wer schon zu Beginn live dabei ist und sich involviert fühlt, wird am Ende auch mit höherer Wahrscheinlichkeit dein Produkt kaufen.
Sobald die Gruppe offen ist und die ersten Teilnehmer eintreten, beginnt die eigentliche Teilnehmerführung.
Der Fehler, aus dem ich gelernt habe
Bei meiner ersten Challenge lief das anders. Sie fand in einer Facebook-Gruppe statt, und meine Aktivierungsfragen kamen nicht bei allen an. Die Gruppe war viel zu still, weil Facebook rundherum zu laut war. Es gab somit auch zu wenig spürbare Energie, obwohl schon viele Menschen angemeldet waren.
Ein Teil des Problems lag am Ort. Facebook hat einiges im Feed verschluckt, darum würde ich auch immer empfehlen, eine Challenge auf einer eigenen Plattform wie Communi durchzuführen.
Ein anderer Teil lag aber an den Mails selbst.
Fragen, die erst nach Tag 1 kommen, aktivieren niemanden mehr vor dem Start. Zu diesem Zeitpunkt läuft die Challenge bereits. Die Chance, vorher Vorfreude aufzubauen und erste kleine Interaktionen auszulösen, ist dann verschenkt.
Seitdem plane ich Aktivierungsmails als eigenen Baustein meiner Challenge-Durchführung und nicht als Beiwerk zum Onboarding. Alle E-Mails haben einen festen Platz im Fahrplan, lange bevor Tag 1 beginnt.
Was Aktivierungsmails vor einer Online-Challenge leisten müssen
Viele denken bei den E-Mails vor dem Start zuerst an Organisatorisches:
- Wann beginnt die Challenge?
- Wo finde ich die Gruppe?
- Wo ist der Zoom-Link?
- Wie läuft Tag 1 ab?
Diese Informationen braucht deine Gruppe natürlich. Das gehört in ein ordentliches Onboarding.
Aber die Onboarding-Nachrichten reichen nicht, um aus Angemeldeten aktive Teilnehmer zu machen.
Ein rein organisatorisches E-Mail (Falls du dich wunderst, warum E-Mail bei mir sächlich ist, lies hier weiter.) informiert. Ein gutes Aktivierungsmail geht einen Schritt weiter.
Diese E-Mails sollen vor allem drei Dinge erreichen:
- Die Teilnehmer zu einer ersten kleinen Handlung bringen.
- Vorfreude und Neugier auf die Challenge aufbauen.
- Einen konkreten Grund schaffen, live dabei zu sein, statt auf die Aufzeichnungen zu warten.
Wenn diese drei Dinge funktionieren, steht der Termin nicht einfach nur im Kalender. Deine Teilnehmer haben bereits angefangen, sich mit der Challenge zu beschäftigen.
6 Bausteine für Aktivierungsmails, die bei mir funktionieren
1. Eine einfache Aktivierungsfrage stellen
Stell während der Vorlaufzeit eine Frage, die sich schnell beantworten lässt.
Zum Beispiel:
„Was bremst dich bei deinem Thema gerade am meisten?“
Die Frage sollte nicht nach einer langen Analyse verlangen. Je niedriger die Hürde, desto eher antworten auch Teilnehmer, die sich normalerweise eher zurückhalten.
Entscheidend ist aber noch etwas anderes: Verwende die Antworten später wirklich.
Ich kündige deshalb an, dass ich Fragen und Antworten aus der Gruppe in die Live-Sessions mitnehme.
Deine Teilnehmer merken schnell, ob ihre Antworten irgendwo landen oder im Nichts verschwinden.
Warum das funktioniert: Wer vor Tag 1 bereits einmal geantwortet hat, ist nicht mehr nur angemeldet, sondern hat den ersten kleinen Schritt in der Challenge gemacht.
2. Ein einfaches Level-System nutzen
Bei unserer jährlichen Pinterest-Weihnachtschallenge können Teilnehmerinnen durch Aktivität in der Community ein höheres Level erreichen.
Vorstellung plus ein paar Kommentare schalten beispielsweise Level 2 frei. Ab Level 2 gibt es bei uns dann sofort Zugriff auf die Aufzeichnungen.
Das sorgt für spürbar mehr Bewegung in der Gruppe. Sogar sonst ruhige Mitglieder beginnen zu kommentieren, weil der Vorteil konkret und relativ schnell erreichbar ist.
Das System nimmt mir einen Teil der Überzeugungsarbeit ab. Ich muss nicht immer wieder sagen: „Sei aktiver in der Gruppe.“ und die Belohnung macht deutlich, warum sich Aktivität lohnt.
Wichtig ist allerdings, dass das nächste Level leicht erreichbar bleibt. Wenn jemand erst tagelang kommentieren muss, bevor ein Vorteil freigeschaltet wird, wird aus Motivation schnell eine zusätzliche Hürde.
Warum das funktioniert: Die nächste kleine Aktion hat einen sichtbaren und schnell erreichbaren Nutzen.

3. Einen echten Live-Anreiz schaffen
Schreib nicht nur:
„Wir treffen uns morgen live.“
Erklär, warum es sich lohnt, live dabei zu sein.
Bei uns verlosen wir zum Beispiel etwas unter den Live-Teilnehmerinnen. Dadurch wird der Unterschied zwischen Live-Teilnahme und Aufzeichnung konkret.
Andere mögliche Live-Anreize können sein:
- Fragen direkt stellen
- Feedback bekommen
- zusätzliche Beispiele sehen
Der Anreiz sollte natürlich zur Challenge passen, aber er muss nicht groß oder teuer sein.
Entscheidend ist, dass deine Teilnehmer verstehen:
Wenn ich live dabei bin, bekomme ich etwas, das ich beim späteren Anschauen nicht in genau dieser Form bekomme.
Warum das funktioniert: Ein konkreter Live-Vorteil verändert eher die Bereitschaft, live dabei zu sein, als eine allgemeine Erinnerung an den Termin.
4. Ein Gewinnspiel als verbindende Klammer nutzen
Der Live-Anreiz ist bei uns nicht der einzige Grund für Aktivität.
Zusätzlich kann jede Interaktion in der Gruppe Teil eines Gewinnspiels sein:
- Vorstellung
- Kommentare
- Antworten auf Aktivierungsfragen
- weitere Aktionen in der Community
Das gibt mir gleichzeitig einen guten Grund, in mehreren Mails an das Gewinnspiel zu erinnern, ohne jedes Mal dieselbe Nachricht zu verschicken.
Die Erinnerung bekommt immer einen neuen Anlass.
Ein Gewinnspiel sollte allerdings nicht zum eigentlichen Mittelpunkt deiner Challenge werden. Die Teilnehmer sollen sich wegen des Themas und der gewünschten Veränderung beteiligen und nicht nur wegen eines Preises.
Warum das funktioniert: Verschiedene kleine Aktionen zahlen auf dasselbe übergeordnete Ziel ein: Beteiligung.
5. Den Gruppen-Link sofort als Lesezeichen speichern lassen
Dieser Tipp klingt fast zu banal, um einen eigenen Punkt zu bekommen, aber er wird so oft übersehen.
Ich schicke den Gruppen-Link direkt im ersten E-Mail und bitte die Teilnehmer, ihn sofort als Lesezeichen zu speichern.
Das spart später Nachfragen wie:
„Wo finde ich noch einmal die Gruppe?“
Und es verhindert, dass der wichtigste Ort der Challenge irgendwo zwischen Newsletter-Mails in der Inbox verschwindet.
Du kannst aus dem Bookmark-Tipp sogar eine erste Mini-Aufgabe machen: „Öffne jetzt kurz die Gruppe und speichere dir die Seite als Lesezeichen.“
Damit hast du bereits die erste Handlung ausgelöst.
Warum das funktioniert: Der Weg zurück in die Challenge wird möglichst kurz und einfach.
6. Einen Blick hinter die Kulissen zeigen
Aktivierung muss nicht immer aus Fragen oder Aufgaben bestehen.
Zeig deiner Gruppe, woran du gerade arbeitest.
Das kann zum Beispiel sein:
- ein Mock-up
- ein Screenshot
- ein Foto aus deiner Vorbereitung
- ein Blick auf Arbeitsblätter
- ein kleiner Ausschnitt aus Tag 1
- eine noch unfertige Folie
Damit wird die Challenge greifbar, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.
Es zeigt außerdem, dass du selbst bereits mittendrin bist. Du verschickst nicht nur Termine, sondern bereitest sichtbar etwas für deine Teilnehmer vor.
Warum das funktioniert: Ein Blick hinter die Kulissen erzeugt Neugier und macht aus einem abstrakten Termin ein bevorstehendes Ereignis.
Was bei Aktivierungsmails nicht funktioniert
Nicht jede zusätzliche Nachricht sorgt automatisch für mehr Beteiligung.
Wenn du vor dem Start zu viele E-Mails verschickst, kann genau das Gegenteil passieren: Deine Teilnehmer stumpfen ab und überfliegen oder ignorieren deine Mails.
Deshalb sollte jedes E-Mail einen klaren eigenen Zweck haben.
Vermeiden würde ich vor allem:
- dieselbe Erinnerung mehrfach nur anders zu formulieren
- komplizierte Aufgaben vor Tag 1
- Aktivierungsfragen, deren Antworten später nie wieder auftauchen
- Gamification, bei der Vorteile nur mit sehr viel Aktivität erreichbar sind
- Gewinnspiele, die wichtiger wirken als der eigentliche Inhalt
- künstliche Verknappung nur für mehr Live-Teilnahme
Auch die Zielgruppe spielt eine Rolle, denn nicht jede Community reagiert gleich auf Level, Punkte oder Gewinnspiele.
Deshalb würde ich solche Elemente immer als Werkzeug betrachten und nicht als Voraussetzung für eine erfolgreiche Challenge.
Zwei Kanäle statt nur E-Mails
Bei uns läuft die Aktivierung nicht ausschließlich über klassische E-Mails.
Communi lässt dich Gruppen-Posts direkt als E-Mail verschicken. Mehr dazu habe ich in meinem Artikel Erfahrungen mit einer Challenge auf Communi beschrieben.
Dadurch kommt Abwechslung in das Postfach der Teilnehmer, ohne für jeden Kanal komplett unterschiedliche Inhalte schreiben zu müssen.
Mal kommt ein klassisches E-Mail und mal landet ein Community-Post im Postfach, der sich eher wie eine Nachricht direkt aus der Gruppe anfühlt.
Beide Formate erreichen die Teilnehmerinnen per E-Mail, aber sie wirken unterschiedlich.
Genau dieser Wechsel hilft, die Sequenz frisch zu halten, statt fünf Mails zu verschicken, die sich wie Kopien voneinander anfühlen.
Beispiel: Aktivierungsmails in der Woche vor Tag 1
So könnte eine einfache Abfolge aussehen:
| Zeitpunkt | Inhalt | Ziel |
|---|---|---|
| Gruppenöffnung | Willkommensmail + Gruppen-Link + Bookmark-Tipp | Orientierung und erste Mini-Aktion |
| 2 Tage später | Aktivierungsfrage | Erste Interaktion |
| 4 Tage später | Blick hinter die Kulissen + kleine Vorbereitung auf Tag 1 | Vorfreude und Commitment |
| Vorabend | Hype-Post + konkreter Ablauf von Tag 1 | Erwartung aufbauen |
| Morgen von Tag 1 | Erinnerung + vollständiger Fahrplan + Live-Anreiz | Live-Teilnahme |
Der entscheidende Punkt dabei ist nicht die exakte Anzahl der Mails.
Jede Nachricht hat eine andere Aufgabe.
Keine Mail ist nur eine Wiederholung der vorherigen. Und keine Aktivierung wartet bis nach dem Start.
Wie viele Aktivierungsmails brauchst du?
Du musst nicht jeden Tag ein E-Mail verschicken.
Für eine Challenge mit ungefähr einer Woche Vorlauf können drei bis fünf gezielte Kontakte vollkommen ausreichen.
Wichtiger als die Anzahl ist die Frage: Was soll meine Teilnehmerin nach dieser Nachricht tun, wissen oder fühlen, was vorher noch nicht da war?
Wenn du darauf keine gute Antwort hast, brauchst du wahrscheinlich kein zusätzliches E-Mail.
Wann sollte das erste Aktivierungsmail kommen?
Am besten beginnt die Aktivierung direkt mit der Öffnung deiner Challenge-Gruppe.
Deine Teilnehmer sollten idealerweise vor Tag 1 mindestens einmal eine kleine Handlung ausgeführt haben.
Das kann etwas sehr Einfaches sein:
- die Gruppe öffnen
- den Link speichern
- sich vorstellen
- eine Frage beantworten
- einen Beitrag kommentieren
Damit beginnt die Durchführung nicht erst mit dem ersten Training. Sie beginnt in dem Moment, in dem ich die Teilnehmerinnen in die Challenge hole und anfange, sie aktiv durch den Prozess zu führen.
Aktivierungsmail und Tag-0-Onboarding sind nicht dasselbe
Beides gehört für mich zur Durchführung, erfüllt aber unterschiedliche Aufgaben.
Die Aktivierungsmails bringen Teilnehmerinnen immer wieder zurück zur Challenge und geben ihnen kleine Gründe, schon vor Tag 1 aktiv zu werden.
Das Tag-0-Onboarding hilft ihnen dagegen, sich in der Community zurechtzufinden und den Einstieg in die eigentliche Challenge zu schaffen.
Key Takeaways
- Die Durchführung einer Challenge beginnt nicht erst mit dem ersten Training, sondern bereits mit der Öffnung der Gruppe.
- Aktivierungsmails sollen nicht nur informieren, sondern Teilnehmerinnen vor Tag 1 zu einer ersten kleinen Handlung bringen.
- Aktivierungsfragen, Live-Anreize, Community-Aktivität und kleine Belohnungen können helfen, aus stillen Anmeldungen aktive Teilnahme zu machen.
- Jede Mail vor dem Start sollte eine eigene Aufgabe haben, statt nur den Starttermin zu wiederholen.
- Einfache Aktivierung funktioniert besser als komplizierte Aufgaben: Die erste Hürde sollte möglichst niedrig sein.
Dein nächster Schritt
Schau dir deine eigene Mail-Sequenz vor dem nächsten Challenge-Start an.
- Kommt deine erste Aktivierungsfrage vor Tag 1 oder erst danach?
- Gibt es für deine Teilnehmerinnen einen konkreten Grund, live statt später dabei zu sein?
- Haben sie vor dem Start bereits eine kleine Handlung ausgeführt?
- Und weiß deine Gruppe schon, woran du gerade arbeitest?
- Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst, beginnt deine Challenge nicht mit einer inaktiven Gruppe an Tag 1.
Sie läuft dann längst.
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